Mammalier-Montag 47: Neues vom Babynashorn

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Vor einer Weile traf eine Email von einem Leser der englischen Version meines Blogs ein, der wissen wollte, wie es dem Nashornbaby Akili (Östlichen Breitmaulnashorn Diceros bicornis michaeli) im Zoo Berlin geht. Gedeiht sie? Wächst sie? Hat sie schon richtige Hörner?

Ich will die Antwort in ein paar Bildern geben, die ich am 3. Februar gemacht habe. Zum Vergleich: hier gibt’s Photos von Ende September 2012, und hier von ca. eine Woche drauf.

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Ja, Akili wächst munter, und obwohl sie im Vergleich zu ihrer Mutter noch klein  ist….

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… verliert sie so langsam den süßen Babynashorn-Look und wird ein richtiges, großes und starkes Nashorn! Das liegt vor allem an den zwei Hörnern – noch klein, aber eben ganz klar echte Hörner. Sehr komisch sieht es von genau vorne aus, besonders wenn sie die Nashorn-typische Kopf-runter-Haltung annimmt: die Haut formt auf dem Schädeldach eine kleine Beule, und noch zwei größere zwischen den Falten im Nacken, die die Hörner imitieren, so dass es wie eine ganze Reihe von “Buckeln” aussieht. In Seitenansicht funktioniert das aber nicht.

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Wie die Bilder zeigen ist Akili (wie alle Nashörner) eine ziemlich breitschultrige und stabile Angelegenheit, und ganz schön muskulös. Nashörner sehen ja gern mal lahmarschig und, naja, fett aus, besonders die Indischen mit ihren dicken Hautfalten und -knoten. Die Babies vertreiben diese Illusion recht schnell, denn wir können sie einfach mit anderen Tiere vergleichen, die wir besser kennen – und sehen sofort, dass sie schnell und kraftvoll bewegen. Bei großen Tieren wie Nashörnern, Elefanten und sogar Giraffen fällt es oft schwer, die Geschwindigkeit eines Körperteils richtig einzuschätzen, einfach weil ihre Größe unsere Wahrnehmung austrickst. Dazu kommt die hohe Hemmschwelle, die solche Tiere für heftige Reaktionen haben (wer stellt für sie schon eine echte Bedrohung dar? Und schnelle Bewegungen kosten enorm Energie, also vermeiden sie sie), und schon scheint es oft als bewegten sie sich in Zeitlupe. Aber selbst wenn zum Beispiel die Winkelgeschwindigkeit eines Beines gering ist, kann doch die große Länge zu einer verblüffend schnellen Bewegung des Fußes führen, der einen entsprechend heftigen Tritt austeilen kann – dank der großem Masse mit einen großem Impuls.

Und das trifft natürlich auch auf große Dinosaurier zu: selbst diejenigen, die neben einem Sauropoden eher niedlich aussehen, wie Hadrosaurier oder Prosauropoden, können mehrere Tonnen gewogen haben und ebenso viel RUMMS in Schwanz oder Gliedern oder Kopf gehabt haben wie heutige Elefanten oder Nashörner heute zeigen, wenn sie “hastig” werden. Das ist ein Grund, warum ich richtig große Säuger so gerne studiere. Ein andere ist, dass sie unter den gleichen Massen-induzierten Beschränkungen leben wie andere große Tiere, auch die Dinosaurier. Es wird daher hier auch in Zukunft immer wieder was über Nashörner zu lesen geben.

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About Heinrich Mallison

I'm a dinosaur biomech guy working at the Museum für Naturkunde Berlin.
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One Response to Mammalier-Montag 47: Neues vom Babynashorn

  1. Pingback: Mammal Monday 47: baby rhino update | dinosaurpalaeo

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