Wilde Kraniche

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Gestern hatte ich viel mehr Glück beim Fotografieren von wilden Vögeln als am Tag davor. Ich kam so nah wie noch nie zuvor an Eurasische Kraniche und Möven heran – naja, ich muss das dann doch was die Möven angeht ewas genauer formulieren: so nah wie noch nie ohne dass Futter im Spiel war.

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Wir fuhren an der Ostseeküste entlang und kamen dabei an einen abgeernteten, aber noch nicht gepflügten Feld vorbei. Mais, nehme ich mal an. Etwa 20 Kraniche hatten sich versammelt, und eine kleine Seitenstraße führte genau an dem Feld entlang. Klein, aber gut asphaltiert und mit wenig Eis und Schnee, also für unser Auto tauglich. Sie lag oberhalb des Feldes, was nicht ideal ist, weil die Lage dazu führte, dass wir am Hang oberhalb der Kranich waren. Meiner Erfahrung nach sind 99% aller Tiere eher bereit, die Anwesenheit eines Menschen zu tolerieren, wenn sie auf ihn hinuntersehen können, und fliehen deutlich eher, wenn er auf sie hinabsieht. Ich fuhr dennoch langsam heran – auch so eine Sache mit den meisten Tieren. Mit 60 km/h vorbeirauschen ist OK, anhalten aber ist so ein “oh-oh!” Moment, und aussteigen ein “lauf um Dein Leben” Auslöser.

Wir kamen recht nah ran, tatsächlich nah genug, dass ich die Höhe eines Panoramafotos bei 300 mm mit den zwei Kranichen unten füllen konnte, und ich wollte es jetzt nicht noch ausreizen. Große Vögel in eisiger Kälte in die Flucht jagen ist nicht wirklich nett, weil sie dabei jede Menge Energie verbraten.

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Einer der Vögel fing sofort an, seine sowieso schon argwöhnisch äugenden Kollegen mit Rufen zu warnen. Ich hatte meine Kamera vorbereitet, indem ich das große Objektiv schon drauf und passende Einstellungen ausgewählt hatte, unter anderem ISO 400. Ein Kompromiss, nicht zu hoch, damit das Bild nicht pixelig wird, nicht zu niedrig, damit die Belichtungszeit niedrig genug für große Vögel im Flug sein kann; schlußendlich was es die perfekte Wahl. Ich hatte nämlich auf eine Begegnung mit Kranichen auf dieser Fahrt gehofft. Somit konnte ich einfach das Fenster runterfahren und losfotografieren. Zum Glück waren die Kraniche auf meiner, der Fahrerseite, es war also ein Kinderspiel.

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Trotz der Warnrufe blieben die meisten Kraniche, auch der Warner. Ein Vogel rannte ein wenig herum und flog dann weg, aber der war ein gutes Stück weiter weg von mir. Ich schätze mal ich kam bis auf 30 m ran, und der wegfliegende Vogel war so um die 120 m entfernt. Ein Kranich stand auf der Straße, darum blieb ich stehen und beschloss, rückwärts wieder wegzufahren, was ich an Ende auch tat. Vorher aber kamen mehrere Vögel von weiter weg dazugeflogen, an den Kranichen am Boden vorbei, denen sie zuriefen. Einer von ihnen – ganz nah bei mir und zum Glück gerade genau vor meiner Linse – entschied sich, ihnen zu folgen:

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Besser geht’s nicht 😉

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About Heinrich Mallison

I'm a dinosaur biomech guy working at the Museum für Naturkunde Berlin.
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One Response to Wilde Kraniche

  1. Pingback: Common cranes in the wild | dinosaurpalaeo

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